Zahnfleischschwund (Parodontitis)

Die Parodontitis wirkt sich auf den gesamten Organismus aus! Studien in den USA und Finnland haben gezeigt, dass bei Parodontitis das Risiko eines Herzinfarktes dreimal höher ist als bei Menschen mit gesundem Zahnbett. Des Weiteren steigt die Gefahr eines Schlaganfalls und für Schwangere erhöht sich das Risiko einer Frühgeburt.

 

Was bedeutet Parodontitis (im Volksmund auch "Parodontose")?

Die Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates. Der Zahnhalteapparat (Parodont) besteht aus Fasern, die den Zahn im Kieferknochen befestigen. Wenn Bakterien bzw. Plaque (Bakterienfilm) an den Zähnen überhand nehmen, kann es zur Entzündung des Zahnhalte-apparates kommen und ohne Behandlung langfristig zum Zahnverlust.

 

Folgende Anzeichen können auf eine Parodontitis hindeuten:

- Zahnfleischbluten beim Putzen

- rotes, geschwollenes oder empfindliches Zahnfleisch

- Rückgang des Zahnfleisches

- Mundgeruch und unangenehmer Geschmack im Mund

- Eiterentleerung aus Zahnfleischtaschen

- Lockere Zähne

 

Welche Risikofaktoren begünstigen die Parodontitis?

Obwohl das Immunsystem die Hauptrolle bei der Entstehung einer Parodontitis spielt, muss man die Erkrankung als multifaktorielles Geschehen ansehen, bestehend aus falscher Mundhygiene, erblich-bedingter Faktoren (30 %) und milieubedingter Faktoren (Rauchen, Umweltfaktoren), die die Entzündungsreaktion auslösen.

Der größte Risikofaktor und Feind der Zähne ist aber das Rauchen. Ebenso gehört Diabetes (Zuckerkrankheit) dazu, insbesondere dann, wenn der Zuckerspiegel nicht richtig eingestellt ist. Zu nennen sind ebenfalls Stress, unausgewogene Ernährung und allgemeine Abwehrschwäche.

 

Wie kann man vorbeugen?

Am wichtigsten ist eine gründliche Mundhygiene mit Zahnbürste, Zahnseide und Zahnzwischenraumbürstchen. Durch das Reinigen der Zunge mit der Zahnbürste kann die Zahl der Bakterien weiter reduziert werden. Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt in Verbindung mit halbjährlicher professioneller Zahnreinigung optimieren die Chancen der Vermeidung parodontaler Erkrankungen.

 

Wie wird die Parodontitis behandelt?

Die Behandlung der Parodontitis richtet sich vor allem nach Art und Schwere der Erkrankung. Wichtig für den Erfolg der Behandlung ist der Wunsch des Patienten, seine Zähne zu behalten und seine Motivation, den Anweisungen für eine optimale häusliche Pflege zu folgen. Am Anfang der Behandlung steht eine präzise Diagnostik: klinische (Messung der Sondierungstiefen und Lockerungsgrad der Zähne) und röntgenologische Untersuchung. Die Beseitigung von Plaque und Zahnstein sowie von harten Ablagerungen unterhalb der Zahnfleischgrenze (Konkremente) stellen den Beginn der Behandlung dar. Die Wurzeloberflächen werden nicht nur gereinigt, sondern auch geglättet. Dies kann erfolgen mit Küretten (speziell geformten Handinstrumenten), ultraschallbetriebenen Geräten sowie einem Pulverstrahlgerät (Air-Flow). Antibakterielle Spülungen können dazu beitragen, das Bakterienwachstum zu kontrollieren.

 

Nachsorge

Von ganz entscheidender Bedeutung für den langfristigen Behandlungserfolg ist die regelmäßige Kontrolle des Zahnhalteapparates und die professionelle Zahnreinigung im Recallverfahren, d.h. der Patient wird in regelmäßigen Abständen an den Kontrolltermin erinnert. Nur so kann ein langfristiger Erfolg erzielt werden.