Herzerkrankung und zahnärztliche Eingriffe

Bestimmte Herzerkrankungen, Herzfehler oder postoperative Befunde (Zustand nach Herzoperationen) erfordern vor zahnärztlichen Eingriffen eine Antibiotikumprophylaxe (Endokarditisprophylaxe).

 

Was ist eine Endokarditisprophylaxe?

Die Endokarditisprophylaxe ist eine Vorbeugungsmaßnahme zur Verhinderung einer lebensbedrohlichen Herzinnenwandentzündung.

 

Wodurch kann eine Endokarditis ausgelöst werden?

Bei einigen zahnärztlichen Eingriffen kann es zu Blutungen kommen. Dadurch können Bakterien über die Blutbahn zum Herzen vordringen und dort eine Entzündung auslösen.

 

Bei welchen zahnärztlichen Eingriffen muss eine Endokarditisprophylaxe vorgenommen werden?

-Zahnextraktion

-Zahnsteinentfernung

-Parodontalbehandlung (Zahnfleischbehandlung)

-Wurzelspitzenresektion

-Implantation

-sonstige chirurgische Eingriffe

 

Wie wird eine Endokarditisprophylaxe durchgeführt?

Auf Anweisung Ihres Zahnarztes oder behandelnden Hausarztes (bzw. Kardiologe/Internist) muss der Patient eine Stunde vor Beginn der Behandlung und bei hohem Endokarditisrisiko zusätzlich sechs Stunden nach dem Eingriff ein Antibiotikum einnehmen.

 

Was ist ein Herzpass?

Patienten mit einem erhöhten oder besonders hohen Endokarditisrisiko führen in der Regel einen so genannten Herzpass mit sich. In diesem Herzpass steht die Diagnose der Herzerkrankung und die Einstufung des Endokarditisriskos, denn nicht jede Herzerkrankung und nicht jeder Herzfehler benötigen eine Endokarditisprophylaxe.Falls Sie an einer Herzerkrankung leiden oder eine Herzoperation hinter sich haben und sich nicht sicher sind, ob eine derartige Endokarditisprophylaxe bei Ihnen notwenig ist, sollten Sie noch einmal Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt halten.
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie hat ihre Stellungnahme und Leitlinie zu diesem Thema überarbeitet. Nehmen sie bitte Kontakt mit ihrem behandelnden Kardiologen auf und fragen, ob sie überhaupt noch eine Endokarditisprophylaxe in ihrem Fall machen müssen.