Mundgeruch

Jeder Dritte in unserer Bevölkerung leidet an schlechtem Atem. Fachleute sprechen in diesem Fall von „Halitosis“. Meistens bemerken ihn zuerst die anderen. Und diejenigen, die ihn selbst bemerken, versuchen mit Mundwässern und Hausmitteln den schlechten Atem zu kaschieren. Dieser Beitrag soll nicht nur den Zweck der informativen Aufklärung haben, sondern auch das Tabuthema in unserer Gesellschaft durchbrechen.

 

Hauptursache in der Mundhöhle

In 85 % der Fälle liegt die Ursache für schlechten Atem jedoch im Mund. Die Hauptverursacher sind Bakterien, beziehungsweise deren Stoffwechselprodukte, die u. a. bei der Zersetzung von Nahrung im Mund entstehen. Dabei werden Fäulnisgase freigesetzt, die flüchtige Schwefelverbindungen enthalten. Bei zeitweilig auftretendem Mundgeruch kann der Auslöser eine unzureichende Mundhygiene sein, v.a. wenn die Zunge sowie schlecht zugängliche Bereiche der Mundhöhle nicht mitgereinigt werden (z.B. unter Brückengliedern).

Bei den krankhaften Fällen von Halitosis besteht häufig ein direkter Zusammenhang mit Entzündungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis), Mundschleimhaut- oder auch Pilzerkrankungen. Schließlich kann auch ein verminderter Speichelfluss für schlechten Atem verantwortlich sein. Dieser kann nicht nur altersbedingt vorkommen, sondern auch durch Medikamente (z.B. Blutdrucksenker, Psychopharmaka), Speicheldrüsenerkrankungen und bei Mundatmern durch die Freisetzung von geruchsbildenden Enzymen Auslöser für Halitosis sein.

 

Behandlung des Mundgeruches

Grundlegend für die erfolgreiche Therapie des Mundgeruchs ist die häusliche intensive Zahn- und Zungenreinigung. Da sich die Bakterien zu 60% im hinteren Bereich der Zunge befinden, sollte neben dem gründlichen Zähneputzen vor allem auch die Zunge 2-3-mal täglich mitgereinigt werden. In hartnäckigeren Fällen empfiehlt sich die kurzeitige Anwendung eines antibakteriellen Gels mit dem Wirkstoff Chlorhexidin für die Reinigung der Zunge. Nicht zu vergessen ist die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide und Zahnzwischenraumbürstchen. Jegliche Entzündungen des Zahnhalteapparates oder der Mundschleimhaut müssen therapiert werden, denn nur ein gesunder Mundraum führt zu einer Verminderung des Mundgeruches.

 

Professionelle Zahnreinigung

Sie selbst können gar nicht alle Schlupfwinkel in Ihrem Mund reinigen. Deshalb empfehle ich auf jeden Fall, die regelmäßige professionelle Zahnreinigung (2-mal pro Jahr) und damit die gründliche Entfernung von Belägen und somit Bakterien.

 

Gibt es Mittel gegen Mundgeruch?

Es gibt eine ganze Reihe mehr oder minder Erfolg versprechender und schmackhafter Mittel gegen Mundgeruch, wie zum Beispiel das Kauen von Kaugummi oder das Lutschen von Pastillen (zuckerfrei). Sie lösen nicht das Problem, aber sie regen neben ihrem erfrischenden Geschmack den Speichelfluss an und wirken dadurch einer Austrocknung der Mundhöhle entgegen. Verzichten Sie nicht auf Ihr Frühstück, denn man weiß, dass die morgendliche Mahlzeit, zu einer deutlichen Verringerung der schwefelhaltigen Verbindungen im Atem führt.